Dank effizientem Snowfarming und einer perfekt präparierten Loipe können die Athletinnen und Athleten mit dem Swiss Cup in die Langlaufsaison starten. Der Wettkampf dient zugleich auch als erster Standorttest. Für viele Athletinnen und Athleten ist das Auftaktrennen eine wichtige Chance, sich für einen Startplatz im Continental- oder sogar im Weltcup zu empfehlen.

Herausforderung Schnee
Bislang liegt noch wenig Naturschnee im Tal. Doch die Organisatoren kennen solche Situationen nur zu gut und haben vorgesorgt. Dank sorgfältiger Planung und Snowfarming konnte in St. Moritz eine von der FIS homologierte Strecke präpariert werden, auf der sogar Europacup-Rennen durchgeführt werden können. Für die beiden kommenden Rennen, den Klassisch-Sprint am Samstag und das Skating-Rennen im Einzelstart am Sonntag ist alles bereit.  «Die Gemeinde St. Moritz und ihre Mitarbeiter haben einmal mehr tolle Arbeit geleistet», sagt OK-Präsident Adriano Iseppi. «In nur zehn Tagen haben sie eine Rundstrecke erstellt, die nichts zu wünschen übrig lässt», sagt Iseppi. Für die Loipe konnte in diesem Jahr sogar auf zusätzlichen technisch produzierten Schnee verzichtet werden, da man aus den vergangenen Jahren gelernt hat und den Schnee über den Sommer mit Holzwollematten abgedeckt hat. «Eine Massnahme, die sich bestens bewährt hat», sagt der TV-Langlaufexperte und Nachwuchscoach bei Engadin Nordic.

Grosses Interesse
Beim diesjährigen Swiss Cup darf man sich über ein auffallend grosses Teilnehmerfeld freuen. Es werden nicht nur nationale, sondern auch internationale Sportlerinnen und Sportler sowie Teams erwartet, denn das Rennen steht im FIS-Kalender. «Besonders erfreulich ist, dass auch zahlreiche einheimische Langläuferinnen und Langläufer aus dem Oberengadin und dem Regionalen Leistungszentrum Engadin Nordic am Start sein werden», sagt Iseppi. Für sie gilt es, wichtige Punkte zu sammeln und sich mit starken Leistungen für den Continental-Cup zu empfehlen. «Für viele der rund 150 Teilnehmenden ist dieses Rennen aber auch ein erster wichtiger Gradmesser, um zu sehen, wo sie stehen, und Wettkampfluft um zu schnuppern», so Adriano Iseppi weiter.

Ein wichtiger Auftakt
Für viele Athletinnen und Athleten markiert der Swiss Cup Ende November nicht nur den Saisonstart im Langlauf, sondern läutet auch die kommenden grossen Langlaufwettkämpfe im Engadin ein. Die Region bereitet sich auf ihre traditionelle Rolle als nordisches Kompetenzzentrum im Kanton Graubünden vor. Auch wenn im kommenden Jahr kein Langlauf-Weltcup auf dem Programm steht, sind mit dem Engadin Skimarathon, der nicht mit dem Swiss Cup in Verbindung steht, weitere Rennen geplant. 

Im Dezember finden mit «Rund um Pontresina» und dem «Malojalauf» wertvolle Regionalrennen im Rahmen des BSV-Cup statt. Dazu kommt im Januar die La Diagonela, und das letzte Swiss-Cup-Rennen wird im Rahmen des Perl Season End Festivals ebenfalls im April 2026 im Engadin ausgetragen. Dass der Swiss Cup ausgerechnet hier im Engadin stattfindet, ist kein Zufall, sondern unterstreicht die Bedeutung des Oberengadins als wichtigen Ort des nordischen Skisports in der Schweiz. Gerade in Jahren mit herausfordernden Schneebedingungen zeigt sich der Vorteil der Höhenlage des Engadins und die hohe Kompetenz des lokalen Organisationskomitees. «Und nicht zuletzt haben wir als Austra­gungsort von Weltcup-Anlässen auch die Pflicht, kleinere Rennen zu organisieren. Dieser Pflicht kommen wir sehr gerne nach, auch wenn es ein grosses Engagement von verschiedenen Personen verlangt», sagt Iseppi und bedankt sich bei allen Sponsoren wie der Gemeinde St. Moritz, der St. Moritz Tourismus AG und der Gemeinde Silvaplana, die diese Veranstaltung finanziell unterstützen.

Viele fleissige Hände im Einsatz
Trotz aller positiven Vorzeichen bleibt ein altbekannter Kraftakt bestehen: die Rekrutierung von freiwilligen Helfern. Für ein Langlaufrennen sind sie essen­ziell: beim Aufbau, an Verpfle­gungs­stationen, in der Streckenorga­nisation, als Streckenposten oder im Zielbereich. «Ohne die engagierten Voluntaris aus der Engadin-Nordic-Familie wäre ein effizienter und reibungsloser Ablauf undenkbar», sagt Adriano Iseppi. Auch die neue «Organisationsgruppe», die aus allen Oberengadiner Skiclubs zusammengestellt wurde, leistet einen wichtigen Beitrag zur Durchführung solcher Rennen. 
Wenn also am kommenden Wochenende der Startschuss fällt, ist dies mehr als nur ein weiterer Wettkampf: «Der Swiss Cup steht symbolisch für die Stärke des nordischen Langlaufs im Engadin und die grosse Arbeit aller Beteiligten, die in den letzten Jahren in den Nachwuchs investiert wurde», sagt Adriano Iseppi.
Autor: Andrea Gutgsell
Fotos: Coop Ostschweiz-Ticino/Dominik Täuber