Die Mitglieder von HotellerieSuisse zeigen sich mit der Wintersaison 2025/26 überwiegend zufrieden. Rund zwei Drittel der befragten Betriebe ziehen eine positive Bilanz, insbesondere im alpinen Raum. Dies ist gemäss einer Medienmitteilung bemerkenswert, da viele Destinationen zu Saisonbeginn mit schwierigen Schneeverhältnissen konfrontiert waren. «Viele Betriebe haben in den vergangenen Jahren gezielt in alternative Angebote investiert», sagt Martin von Moos, Präsident von HotellerieSuisse. Diese Strategie zahle sich nun aus, insbesondere im Hinblick auf eine stärkere Ganzjahresauslastung.

Weniger dynamisch fällt die Entwicklung in städtischen und ländlichen Regionen aus, was die unterschiedlichen Nachfragestrukturen innerhalb der Schweiz widerspiegelt. Gleichzeitig bleibt die Kostensituation angespannt: Fast jeder zweite Betrieb berichtet von steigenden Ausgaben, insbesondere im Personalbereich. Der Fachkräftemangel und höhere Löhne setzen die Betriebe unter Druck und führen teilweise zu Preisanpassungen.

Deutlich eingetrübt ist der Ausblick auf die Sommersaison. Über die Hälfte der Betriebe meldet bereits negative Auswirkungen des aktuellen Nahostkonflikts. Stornierungen, rückläufige Neubuchungen und ein zunehmend kurzfristiges Buchungsverhalten prägen das Bild. Besonders betroffen sind städtische Hotels. Hintergrund sind unter anderem Störungen im internationalen Flugverkehr, insbesondere an wichtigen Drehkreuzen im Golfraum, die für die Anbindung an Fernmärkte in Asien und Ozeanien zentral sind.

Hinzu kommt ein verändertes Reiseverhalten: Gäste reagieren sensibler auf Unsicherheiten, verschieben Fernreisen oder sagen sie ganz ab. Erste Rückmeldungen zeigen, dass insbesondere Gäste aus Asien, aber auch aus den USA zurückhaltender buchen. Gleichzeitig nimmt die Kurzfristigkeit bei Reservationen zu, was die Planung für die Betriebe erschwert.

Für die Branche unterstreicht die Entwicklung einmal mehr ihre Abhängigkeit von globalen Einflüssen. «Gute Zahlen allein bedeuten noch keine Stabilität», wird von Moos in der Mitteilung zitiert. Umso wichtiger sei ein breit abgestützter Gästemix, um Nachfrageschwankungen abzufedern. Instrumente wie Innotour, die Neue Regionalpolitik und die internationale Marktbearbeitung durch Schweiz Tourismus tragen dazu bei, Risiken zu streuen – auch wenn kurzfristige Einbrüche kaum vollständig kompensiert werden können.

Die Umfrage wurde vom 27. März bis 7. April durchgeführt. Insgesamt nahmen 268 Mitglieder von Hotellerie Suisse daran teil.

 Medienmitteilung HotellerieSuisse