Funken sprühen, Metall knackt, der Geruch von Staub liegt in der Luft: In der Wertstoffhalle in St. Moritz ist dies Alltag. Hier passiert weitaus mehr, als nur Müll zu trennen.
Recycling ist für viele ein vertrauter Begriff. In den sozialen Medien begegnen uns ständig Trends wie «Zero Waste», nachhaltige Lebensweise oder ein Leben ohne Plastik. Vieles wirkt dabei einfach und schnell umsetzbar – und verschwindet dennoch oft ebenso rasch wieder aus dem Alltag. Doch vor Ort zeigt sich, dass dieses Bild nur wenig mit der Realität zu tun hat. Was von aussen unkompliziert erscheint, ist in Wahrheit ein vielschichtiger Prozess, der Fachwissen, Sorgfalt und präzise Abläufe erfordert. Recycling bedeutet eben mehr, als Abfall zu trennen – es heisst, genau hinzuschauen und bewusst zu handeln.
Recycling ist für viele ein vertrauter Begriff. In den sozialen Medien begegnen uns ständig Trends wie «Zero Waste», nachhaltige Lebensweise oder ein Leben ohne Plastik. Vieles wirkt dabei einfach und schnell umsetzbar – und verschwindet dennoch oft ebenso rasch wieder aus dem Alltag. Doch vor Ort zeigt sich, dass dieses Bild nur wenig mit der Realität zu tun hat. Was von aussen unkompliziert erscheint, ist in Wahrheit ein vielschichtiger Prozess, der Fachwissen, Sorgfalt und präzise Abläufe erfordert. Recycling bedeutet eben mehr, als Abfall zu trennen – es heisst, genau hinzuschauen und bewusst zu handeln.
Mehr als nur Mülltrennung
Als ich an diesem Vormittag mit meinem Redaktionskollegen Jon Duschletta die Wertstoffhalle in St. Moritz betrete, empfängt uns Hugo Mauderli, der die Halle mit seinen Arbeitskollegen betreut, herzlich. Kaum sind wir durch das Tor geschritten, beginnt er zu erklären: Glas ist nicht gleich Glas, Kunststoff nicht gleich Kunststoff, und wie wichtig es ist, auch Korkzapfen zu recyclen – sofort merke ich, dass ich hier mit einem Fachmann spreche, der den Recyclingprozess bis ins Detail kennt. Zwischen Containern, Pressmaschinen und Materialbergen wird mir klar: Recycling heisst hier vor allem eines – genau hinzuschauen. Jeder Handgriff sitzt, jedes Material hat seinen Platz. Die Mitarbeitenden der Wertstoffhalle arbeiten fokussiert: Glas zu Glas, Karton zu Karton, Sperrgut zu Sperrgut. Jedes Material wird mit Bedacht und Fachkenntnis behandelt – ein komplexes System, ohne das Recycling nicht funktionieren würde.
Der Alltag, den niemand sieht
Gemeinsam mit dem 40-jährigen Gambier Dengana Beyai, der seit rund einem Jahr hier arbeitet, tauche ich tiefer in den Alltag ein. Er führt mich von Containern zu Mulden und Sammelbehältern und erklärt geduldig, worauf es ankommt. Seine Arbeit ist vielseitig: Er hilft den Kunden, kontrolliert die Entsorgung und legt selbst Hand an. Dann bleibt er vor einer alten Metalllampe stehen. Mit der Flex setzt er an, Funken sprühen. Stück für Stück trennt er das Metall auf und legt das Elektrokabel frei. Erst jetzt wird mir bewusst, wie viel Arbeit nötig ist, damit Materialien überhaupt sauber getrennt werden können. Es sind gerade diese Handgriffe, die diesen Vormittag so eindrücklich gemacht haben.
Wenn Müll zum Risiko wird
Ein abgesperrter Bereich zieht meine Aufmerksamkeit auf sich: Sondermüll. Spraydosen, Farben, Reinigungsmittel, undefinierbare Flüssigkeiten in alten Glasflaschen. Hier ist Vorsicht geboten. Dengana Beyai erklärt mir, wie diese Stoffe sortiert und gelagert werden. Viele landen in speziellen, verschliessbaren Fässern. Jeder Fehler könnte Folgen haben – für die Umwelt, aber auch für die Menschen, die hier arbeiten.
Kaum ist alles verstaut, fahren zwei Autos in die Halle, und wir gehen hinüber. Karton, Dosen, ein Paar alte Skier. Routiniert läuft alles ab: abladen, einordnen, Sperrgut wägen, abrechnen und quittieren – Karton und Glas können kostenlos entsorgt werden. Was auffällt: Man kennt sich. Es wird gegrüsst, kurz gesprochen, gelacht. Die Atmosphäre ist ruhig, fast familiär. «Ich arbeite gerne hier», sagt Dengana Beyai. «Wir sind ein kleines Team – das spürt man. Alles ist so vertraut.»
Um 11.30 Uhr schliesst sich das Zufahrtstor. Es ist Mittagspause – aber noch nicht für uns. Jetzt heisst es nochmals anpacken: Wir räumen auf, verschieben Container, pressen Plastik, sichern Batterien und reinigen den Boden, bis alles wieder an seinem Platz und sauber ist.
Ich packe selbst mit an, schraube Töpfe auseinander, sortiere Kleinteile. Ich ziehe die Handschuhe aus und blicke über den Platz. Die Hektik ist verschwunden, es ist still geworden. Kein Klirren, kein Rattern mehr. Doch lange bleibt es nicht so – bald endet die Pause, und der Arbeitsalltag setzt sich fort.
Kaum ist alles verstaut, fahren zwei Autos in die Halle, und wir gehen hinüber. Karton, Dosen, ein Paar alte Skier. Routiniert läuft alles ab: abladen, einordnen, Sperrgut wägen, abrechnen und quittieren – Karton und Glas können kostenlos entsorgt werden. Was auffällt: Man kennt sich. Es wird gegrüsst, kurz gesprochen, gelacht. Die Atmosphäre ist ruhig, fast familiär. «Ich arbeite gerne hier», sagt Dengana Beyai. «Wir sind ein kleines Team – das spürt man. Alles ist so vertraut.»
Um 11.30 Uhr schliesst sich das Zufahrtstor. Es ist Mittagspause – aber noch nicht für uns. Jetzt heisst es nochmals anpacken: Wir räumen auf, verschieben Container, pressen Plastik, sichern Batterien und reinigen den Boden, bis alles wieder an seinem Platz und sauber ist.
Ich packe selbst mit an, schraube Töpfe auseinander, sortiere Kleinteile. Ich ziehe die Handschuhe aus und blicke über den Platz. Die Hektik ist verschwunden, es ist still geworden. Kein Klirren, kein Rattern mehr. Doch lange bleibt es nicht so – bald endet die Pause, und der Arbeitsalltag setzt sich fort.
Warum Recycling bei uns beginnt
Am Ende des Vormittags bleibt vor allem eines: ein neues Verständnis fürs Recycling. Was im Alltag oft schnell erledigt wird, erweist sich in der Wertstoffhalle als ein komplexer und sorgsam organisierter Prozess. Unterschiedliche Materialien müssen korrekt getrennt, behandelt, zwischengelagert und für den Transport in die Recyclingwerkstätten bereit gemacht werden. Fehler können weitreichende Folgen haben.
Dabei wird mir auch klar, dass Recycling nicht erst in der Wertstoffhalle beginnt, sondern bereits zu Hause. Wer Abfälle sauber trennt, bewusst und fachgerecht entsorgt, erleichtert die Weiterverarbeitung erheblich und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Und so kompliziert ist es meist nicht: Den Deckel eines Konfi-Glases einfach abschrauben und separat entsorgen, Korken von Weinflaschen nicht ins Altglas geben, sondern getrennt sammeln und in der Wertstoffhalle abgeben.
Dabei wird mir auch klar, dass Recycling nicht erst in der Wertstoffhalle beginnt, sondern bereits zu Hause. Wer Abfälle sauber trennt, bewusst und fachgerecht entsorgt, erleichtert die Weiterverarbeitung erheblich und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Und so kompliziert ist es meist nicht: Den Deckel eines Konfi-Glases einfach abschrauben und separat entsorgen, Korken von Weinflaschen nicht ins Altglas geben, sondern getrennt sammeln und in der Wertstoffhalle abgeben.
Ich nehme aus diesem Einsatz mit, dass jede und jeder Einzelne einen Unterschied machen kann. Oft sind es die kleinen Handgriffe im Alltag, die in der Summe Grosses bewirken. Recycling ist keine Nebensache, sondern eine Verantwortung, die bei jedem im eigenen Zuhause beginnt.
Autor: Anna Hartmann
Fotos: Jon Duschletta
Autor: Anna Hartmann
Fotos: Jon Duschletta





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