Fast 70 Prozent der Befragten sind auf einer Bergwanderung bereits auf eine Passage gestossen, die Angst oder Unsicherheit ausgelöst hat. Am häufigsten bereiteten Stellen mit erhöhter Absturzgefahr Probleme: 45 Prozent der Befragten nannten solche Passagen, 36 Prozent einen schwindelerregenden Tiefblick. Auch technisch anspruchsvolle Abschnitte und Schneefelder brachten Wanderer an ihre Grenzen. Auffällig ist, dass jüngere und weniger erfahrene Personen häufiger weitergingen. Ältere und erfahrene Bergwanderer entschieden sich dage­gen eher für eine Umkehr.

Die Gründe, trotz Bedenken weiterzugehen, reichen laut BFU von fehlenden Umkehrmöglichkeiten über Zeit- und Gruppendruck bis hin zu persön­li­chem Ehrgeiz. Dabei kann die Überfor­derung schwerwiegende Folgen haben. Jährlich verunfallen beim Wandern und Bergwandern rund 40 000 Schweizerinnen und Schweizer, 45 davon tödlich – meist infolge eines Absturzes.

Die BFU rät deshalb, Touren den eigenen Fähigkeiten und der aktuellen Verfassung entsprechend zu wählen und Umkehr- oder Ausweichmöglichkeiten bereits bei der Planung zu berücksichtigen. Ein ungutes Gefühl sollte als Warnsignal ernst genommen werden. In Gruppen sei zudem auf schwächere Teilnehmer Rücksicht zu nehmen. Genügend Zeitreserven können verhin­dern, dass heikle Stellen unter Zeitdruck passiert werden müssen. 

Medienmitteilung: BFU
Archivfoto: Mayk Wendt