Am Donnerstagabend wurde die Ausstellung «Auf der Suche nach der Wahrheit. Wir und der Journalismus» mit einer Vernissage eröffnet. Dabei stand nicht nur die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie sich die Medienbranche durch künstliche Intelligenz verändert. Anschliessend konnten die Besucherinnen und Besucher selbst in die Rolle von Medienschaffenden schlüpfen und an verschiedenen Stationen erleben, was hinter journalistischer Arbeit steckt.
Nach der Begrüssung durch BGS-Direktor Daniel Ammann stellte das Projektteam die Ausstellung vor. Diese setzt nicht nur auf klassische Informationstafeln, sondern lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst aktiv zu werden. An verschiedenen Stationen können sie ihre Medienkompetenz testen und sich mit Fakten, Meinungen und Falschinformationen auseinandersetzen.
Ein Herzstück bildet der als Escape Room konzipierte Newsroom. Dort recherchieren die Teilnehmenden im Team eine journalistische Geschichte, prüfen Informationen auf ihre Glaubwürdigkeit und müssen schliesslich entscheiden, was sie publizieren würden. Für die absolvierten Aufgaben werden Punkte gesammelt. Am Ende erhalten die Teilnehmenden einen persönlichen Presseausweis.
Journalismus im Zeitalter der KI
Dass sich Journalismus laufend verändert, zeigte auch das Inputgespräch anlässlich der Vernissage. Unter dem Titel «Macht KI Journalismus?» sprach Linards Udris, stellvertretender Forschungsleiter des Forschungszentrums Öffentlichkeit und Gesellschaft Universität Zürich, über den Einfluss künstlicher Intelligenz auf die Medienbranche. Dabei wurde deutlich, dass KI in den Redaktionen längst angekommen ist. Zahlreiche Redaktionen setzen sich bereits mit den neuen Möglichkeiten auseinander und nutzen künstliche Intelligenz als Unterstützung bei ihrer Arbeit. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welchen Wert rein KI-generierte Inhalte für das Publikum haben. Im Gespräch wurde unter anderem thematisiert, dass die Bereitschaft, für solche Inhalte zu bezahlen, gering ist. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine dürfte für die Zukunft des Journalismus daher eine wichtige Rolle spielen.
Neben den aktuellen Entwicklungen der Medienbranche wirft die Ausstellung auch einen Blick zurück. Verschiedene Stationen widmen sich prägenden Medienereignissen der vergangenen 60 Jahre und der Geschichte des Schweizer Journalismus. In kurzen Filmen geben Journalistinnen und Journalisten zudem Einblicke in ihre Arbeit. Damit verbindet die Ausstellung Vergangenheit und Gegenwart einer Branche, die sich durch neue Technologien stetig weiterentwickelt.
Gerade in einer Zeit, in der Informationen jederzeit und nahezu unbegrenzt verfügbar sind, wird die Fähigkeit, deren Glaubwürdigkeit einzuschätzen, immer wichtiger.
Die Ausstellung macht dabei deutlich: Journalismus bedeutet mehr, als Informationen weiterzugeben. Quellen zu prüfen, Zusammenhänge einzuordnen und Fakten von Falschinformationen zu unterscheiden, bleibt eine zentrale Aufgabe – unabhängig davon, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig in den Redaktionen spielen wird.
Autorin und Fotos: Anna Hartmann
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