Auf knapp 3000 Metern über Meer wurden bei der Bergstation Diavolezza am frühen Nachmittag noch Temperaturen von 7,5 Grad gemessen. Das sei zu warm, um die Pisten in der gewohnten Breite und Qualität präparieren zu können, erklärte Nicolà Michael, Marketingleiter der Corvatsch AG, gegenüber Keystone-SDA. In der ersten Oktoberhälfte lagen die Temperaturen im Oberengadin wiederholt über dem jahreszeitlichen Durchschnitt.

In den vergangenen zehn Jahren sei der öffentliche Saisonstart auf der Diavolezza üblicherweise für Mitte bis Ende Oktober geplant gewesen. Während der Termin in manchen Jahren eingehalten werden konnte, musste die Eröffnung wetterbedingt teilweise um rund eine Woche verschoben werden. Bereits ein bis zwei Wochen vor dem offiziellen Saisonstart stehen die Pisten jeweils Trainingsgruppen zur Verfügung. Derzeit bereiten sich dort Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski auf die kommende Saison vor.

Trotz zunehmend warmer Herbstmonate sieht Michael die traditionelle Saisoneröffnung im Oktober vorerst nicht gefährdet. Solange die Nachfrage bestehe und die Schnee- und Wetterbedingungen sowie die betrieblichen Möglichkeiten es erlaubten, wolle man dieses Angebot weiterhin aufrechterhalten.

Speichersee geplant
Neben den Temperaturen spielt auch die Wasserverfügbarkeit bei der technischen Beschneiung eine wichtige Rolle. Auf der Diavolezza wurde bereits 2007 ein Speichersee angelegt. Im Gebiet Corvatsch/Furtschellas wird das benötigte Wasser hingegen aus verschiedenen Bächen und Quellen bezogen. Derzeit stehe dort genügend Wasser zur Verfügung, erklärte Michael. Dennoch sei der Bau eines Speichersees geplant, um die Beschneiung künftig effizienter und gezielter durchführen zu können. Dadurch könnte die Grundbeschneiung schneller abgeschlossen und der Strom- sowie Personalbedarf reduziert werden.

Ein Speichersee würde zudem die Planungssicherheit erhöhen, da die benötigte Wassermenge zum richtigen Zeitpunkt verfügbar wäre. Überschüssiges Wasser könnte laut Michael ausserdem zur Stromproduktion mittels Wasserkraft genutzt werden. 

Medienmitteilung: SDA
Foto: Engadin Tourismus AG / Andrea Badrutt