«Können St. Moritz und das Engadin auch Freestyle?», wurde in einem Leitartikel in dieser Zeitung vor zwei Wochen gefragt. Jetzt, nachdem die letzten Medaillensätze vergeben sind, kann ein erstes Fazit gezogen werden: Ja, wir können Freestyle!

Bei vielen persönlichen Besuchen vor Ort, aber auch im Austausch mit Athletinnen, Trainern oder Besuchern ist ein einheitliches Bild entstanden: Die Freestyle-WM 2025 war sehr gut organisiert und wird in bester Erinnerung bleiben. Nach einem verhaltenen Start in Bezug auf den Publikumsaufmarsch bei den Rennen – vor allem aber bei den Konzerten – war in der zweiten Woche sogar etwas WM-Euphorie festzustellen. Nicht zuletzt dank den Schweizer Athletinnen und Athleten, die im entscheidenden Moment geliefert haben.

Was schon im Voraus klar war: Dieser Anlass kann nicht mit einer Ski-WM verglichen werden. Alles war kleiner, und wer nicht gerade bei der Olympiaschanze oder in den Skigebieten unterwegs war, hat von der Freestyle-WM wenig mitbekommen. Doch genau das machte diesen Anlass sympathisch: keine gesperrten Strassen, keine Staus, kostenlose und gut zugängliche Wettkampfstätten – nahe beim Geschehen.

Was bleibt? In der Kasse wohl nichts. Ob der Anlass finanziell als «Best Case» (schwarze Null) oder «Worst Case» (zwei Millionen Defizit) abschliesst, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Bleiben werden Infrastrukturen wie die Halfpipe oder die Skicross-Strecke, die dank der WM gebaut wurden und nun weiter genutzt werden können. Bleiben werden Bilder einer Region, die mit landschaftlicher Schönheit gesegnet ist und wieder einmal ihre Schnee- und Veranstalterkompetenz unter Beweis stellen konnte. Noch lässt sich das nicht mit Zahlen belegen. Darum braucht es die Analyse, die die Organisatoren in Auftrag geben wollen. Vorerst aber bleibt die erfreuliche Erkenntnis: Die Region kann auch Freestyle. Und darauf darf sie stolz sein.

Autor: Reto Stifel
Foto: Jean-Marie Delnon

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