Mehr als die Hälfte des Personenverkehrs in der Schweiz entfällt heute auf Freizeit und Tourismus – und übertrifft damit sogar den Pendlerverkehr. Mit dem Schmähpreis «Teufelsstein» macht Pro Alps gemäss einer Medienmitteilung auf Projekte aufmerksam, die diesen Trend weiter anheizen und den Alpenraum unnötig mit zusätzlichem Autoverkehr belasten. Vom 22. Juli bis 31. August kann die Öffentlichkeit darüber abstimmen, welches Projekt den Preis 2026 erhalten soll. Insgesamt sind fünf Projekte nominiert.
Besonders exemplarisch dafür stehen gemäss dem dem Verein The Alps «The I.C.E.» in St. Moritz und die «Grand Tour of Switzerland». The I.C.E. – der «International Concours of Elegance» – inszeniere Oldtimer und Luxusfahrzeuge auf dem gefrorenen St. Moritzersee als exklusives Spektakel. 2025 habe der Anlass im Oberengadin zu massivem Verkehrschaos mit Rückstaus bis nach Samedan und Pontresina geführt; selbst Blaulicht-Organisationen seien behindert worden. Dass 2026 nur mit einem umfangreichen Parkplatzkonzept ein erneuter Kollaps knapp habe verhindert werden können, zeige die Dimension des Problems. «Der Event steht sinnbildlich für eine Form von Tourismus, die fossile Mobilität nicht nur in Kauf nimmt, sondern glamourisiert», heisst es in der Mitteilung.
Auch die Grand Tour of Switzerland gerate zunehmend in die Kritik. Die von Schweiz Tourismus lancierte Route führt auf 1643 Kilometern per Auto oder Motorrad durch sämtliche Landesteile und über zahlreiche Alpenpässe. «Damit bewirbt ausgerechnet das ÖV-Land Schweiz ein touristisches Modell, das gezielt auf motorisierten Individualverkehr setzt», heisst es. Zwar existiere mit der Grand Train Tour ein Pendant auf der Schiene, doch die Autoroute bleibe zentraler Bestandteil der touristischen Vermarktung.
Autor: Verein Pro Alps
Autor: Verein Pro Alps
Infos und Abstimmung: www.proalps.ch
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