Unter den Kunstschaffenden befanden sich Not Vital, Mirko Baselgia, Mayo Bucher und Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen von Proyecto Amil ausstellen. Vor allem am vergangenen Samstag glich das Dorf einer grossen Galerie. Zahlreiche Kunstliebhabende aus nah und fern spazierten durch die Gassen auf der Suche nach den Ausstellungsräumen. Angefangen hatte alles mit einer Ausstellung von Not Vital vor über ein einem Jahrzehnt in der Chasa Planta in Ardez, seit 2017 zeigt auch Mayo Bucher Werke in seinem Privathaus. Bucher schwärmt von der Qualität der Kunst, welche vor Ort ausgestellt wird. Seiner Ansicht nach fasziniert in Ardez Besuchende und Kunstschaffende die Mischung aus Kultur, Architektur und hochkarätiger Kunst. Dem stimmt Not Vital zu. Er sieht den temporären Hype, der durch das alljährliche Kunst-Wochenende im August in Ardez entstanden ist, aber auch durch eine zweite Brille: «Es ist wichtig, dass die Besucherinnen und Besucher den Ortsansässigen mit Respekt begegnen». Schliesslich kämen hier ganz verschiedene Mentalitäten zusammen. Tatsächlich schliessen einige Einheimische ihre Türen während der beiden Tage ab, da einigen Gästen offenbar nicht klar ist, dass nicht alle Häuser zur Besichtigung offen stehen. Seine Kunst in diesem Jahr widmet Not vital dem «Nichts». Blätter, beschriftet mit lediglich dem Wort «Nöa» – «nichts» im Dialekt von Sent – war im Sulèr seines Hauses in Ardez ausgestellt.