Wenn die Tage kürzer und die Nächte kälter werden, stoppt die Produktion des grünen Chlorophylls, und die gelben und orangen Karotinoide sowie rote Anthocyane färben die Blätter entsprechend.  Zu dieser Zeit zieht der Busch oder Baum Stickstoff und Eisen in den Stamm und die Wurzeln zurück. Oberhalb der Wald- und Baumgrenze verfärben sich zuerst die Heidelbeerblätter, im Wald darunter der im Oberengadin relativ selten vorkommende Ahornbaum, Birken und Vogelbeerbäume sowie die Erle, Esche, Ulme und der Weidenbaum. Bei den Nadelbäumen bleiben die Arven, Fichten und Tannen grün. Zurzeit zeigen erst vereinzelte Lärchen bereits ein gelboranges Kleid. 

Wer die farbigen Blätter behalten möchte, kann sie zum Trocknen zwischen mit Büchern beschwertem Zeitungspapier ein paar Wochen legen. Das Laub kann auch zwischen Küchenpapier und Backpapier gelegt und bei niedriger Hitze trocken gebügelt werden, um die Farbe zu fixieren. 

 Text und Fotos: Katharina von Salis